Chemische Entlackung

Da geht der Lack ab!

Am Beispiel dieses VW T2b, Baujahr 1976, möchten wir Euch gerne durch das Thema der chemischen Entlackung führen. Oliver, unser Kunde und der Besitzer des VW T2b hatte mit der Restaurierung bei sich zu Hause begonnen, sich dann jedoch aus Zeitgründen entschieden uns um Hilfe zu bitten. Wir vereinbarten einen Termin zu unserem VAN360 Check Karosserie, um uns einen Überblick über den Zustand des VW T2b zu machen.

„Aber der schaut doch top aus!“, werdet Ihr jetzt vielleicht denken. Wir hatten im ersten Moment auch nicht so viel an ihm auszusetzen. Das Ergebnis unserer Schichtdickenmessung gab uns einen Hinweis darauf, dass an diesem Bus schon einmal Hand angelegt wurde. Wir einigten uns mit Oliver auf die Umsetzung einiger notwendiger arbeiten wie beispielsweise:

  • die Aufarbeitung von Regenrinne, Frontscheibenrahmen und Frontmaske
  • die Teilrestaurierung des Unterbodens inkl. Erneuerung der Unterbodenbeschichtung
  • die Generalüberholung und Pulverbeschichtung der Achskomponenten

Gesagt getan. Die Indikation der Schichtdickenmessung bestätigte sich während erster Schleifarbeiten und wir stellten fest, dass es ungewöhnlich lange dauerte, dass Blech des Busses zu finden. Dieses versteckte sich gut hinter verschiedenen Spachtel- und Lackschichten.

Wir unterhielten uns aufgrund dieser Erkenntnisse mit Oliver und entschieden uns für den einzig sinnvollen nächsten Schritt: Die Karosserie, mitsamt aller Anbauteile, in die chemische Entlackung zu geben.

Nun aber richtig!

Wir haben den VW T2b daraufhin bis auf die Rohkarosse zerlegt und ihn auf einem von uns gebauten Rollengestell für den Transport vorbereitet. Diese Rollengestelle könnt Ihr Euch bei uns gegen eine Pfandgebühr zu mieten oder käuflich zu erwerben. Kleinteile, Pedale, Lenkgestänge, Handbremshebel, Lüfterklappen, die Felgen usw. gingen auch mit zur chemischen Entlackung. Dann kam der große Tag: Per LKW wurde der T2b zur chemischen Entlackung transportiert.

VW Bus Entlackung

Und dann, nach einer Weile?

Knapp drei Monate später war der Bus wieder zurück bei uns. Eine saubere Basis war hergestellt, um mit den Karosserie- und Schweißarbeiten beginnen zu können. Alle Durchrostungen und alte Schweißnähte wurden offengelegt und die komplette Karosserie ist anschließend mit einer Grundierung (Kathodische-Tauchlackierung, kurz KTL-Beschichtung) überzogen worden.

Ein klarer Vorteil der chemischen Entlackung gegenüber anderen Methoden wie dem Sandstrahlen (Das ist z.B. nicht auf großen Flächen möglich), per Hand entrosten (uff…), und anschließend per Spray grundieren sämtliche Hohlräume werden erreicht! Wie ihr gleich seht, war die Entscheidung den VW Bus in die chemische Entlackung zu geben goldrichtig. Der VW Bulli hielt die ein oder andere Überraschung für uns parat. Obwohl wir wussten, dass er viel Spachtel und Lack getragen hatte waren wir fast schon fasziniert, welch ein „Flickenteppich“ an ehemaligen Reparaturen darunter zum Vorschein kam. Schaut euch nur die Bilder der rechten hinteren Seitenwand über der Schiebetürschiene an! Wollte da etwa einer der Vorbesitzer Bullaugen haben? Das haben wir nicht erwartet.

VW Bus Entlackung

Mit nun freier Sicht haben wir eine neue Entscheidungsbasis geschaffen und den Umfang der notwendigen Schweiß- und Karosseriearbeiten gemeinsam mit Oliver definiert.

„Ade“ Löcher, „Hallo“ gesundes Metall! Wie es mit dem T2b nach den Schweiß- und Karosseriearbeiten weiter ging? Er bekam eine komplette Unterbodenbeschichtung, wurde frisch lackiert, gedämmt, konserviert, komplettiert, erprobt und wieder an Oliver übergeben. Auf diese Punkte gehen wir an anderer Stelle mit einem gesonderten Beitrag ein. Hier in diesem Artikel liegt der Hauptfokus auf der chemischen Entlackung und KTL-Beschichtung.

 

Allgemeine Einschätzung

Gerade im Bereich der Komplettrestaurierung oder der Generalüberholung von VW Bussen können wir die chemische Entlackung und KTL-Beschichtung empfehlen. Die gesamte Karosserie wird auf den „Stand null“ gebracht. In den Hohlräumen beseitigt das Säurebad den Rost und durch die anschließende Beschichtung im Tauchbad bleibt kein blankes Metall mehr übrig.

Ein weiterer klarer Vorteil gegenüber anderer Entrostungsmethoden besteht darin, dass im Innenraum für die spätere Lackierung keine Rückstände wie Klebereste alter Dämmmatten, Dichtungen oder ähnliches per Hand beseitigt werden müssen. Strahlgutrückstände gehören ebenfalls der Vergangenheit an.

 

Eine weitere Variante?

Es gibt noch einen weiteren Weg euren VW Bus während der Restaurierung entlacken zu lassen. Dieser läuft prozessual etwas anders ab, als beim obigen VW T2 von Oliver beschrieben, dauert länger, ist kostenintensiver, bringt aber am Ende ein noch nachhaltigeres Ergebnis. Gemeinsam mit Oliver haben wir uns bei seinem VW T2 bewusst gegen diesen Weg entschieden, da der Faktor Zeit für ihn eine höhere Priorität hatte.

Im Unterschied zu dem Vorgehen bei dem VW T2b von Oliver wird der Bus wird nach der chemischen Entlackung im Säurebad nicht direkt mit einer KTL-Beschichtung versehen, sondern kommt direkt zurück auf unseren Hof. Die Oberfläche ist dann metallisch blank und nicht glänzend schwarz. Löcher und Unebenheiten in der Karosserie sind einfacher und noch besser sichtbar.

Anschließend, nach Erledigung aller Schweiß- und Karosseriearbeiten, wird der Bus noch einmal zum Nachentrosten in das Tauchbad geschickt. Alle Fette und Rückstände der Karosseriearbeiten (Schmauch vom Schweißen etc.) und evtl. durch den Transport vorhandener leichter Flugrost werden entfernt. Erst im Anschluss daran wird die KTL-Beschichtung aufgetragen.

Das bietet unter anderem den Vorteil, dass alle Bauteile – auch die neu eingesetzten – dieselbe Grundierung erhalten. Der Lackierer freut sich darüber sehr und der Rostschutz ist ausgeprägter vorhanden.

 

Na, neugierig geworden?

Schaut Euch gerne auf unserer Seite um und macht Euch ein umfassendes Bild zu Themen rund um die Reparatur und Restaurierung von VW Busse.

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